12. April 2018

Jede zweite Diesel-Occasion von Verboten gefährdet

Nach dem Entscheid des Leipziger Verwaltungsgerichts führen erste deutsche Städte noch 2018 Fahrverbote für Dieselautos ein. Eine Analyse von comparis.ch zeigt: Jede zweite Diesel-Occasion auf dem Comparis-Autoportal wäre von derartigen Verboten betroffen.

Jede zweite Diesel-Occasion von Verboten gefährdet

Schon dieses Frühjahr sollen erste Fahrverbote in Deutschland in Kraft treten. Und auch die Genfer Regierung hat angekündigt, ein temporäres Fahrverbot für alte Dieselfahrzeuge zu prüfen. Die richten sich an Dieselautos mit den Abgasnormen Euro-1 bis Euro-5. Dabei handelt es sich um Fahrzeuge, die vor September 2015 in Verkehr gesetzt wurden. Laut Bundesamt für Statistik (BfS) verkehren rund eine Million solcher Autos auch auf Schweizer Strassen. Sie erfüllen die aktuelle Euro-6-Abgasnorm nicht.

 

Besonders aufmerksam müssen jetzt Käufer von Diesel-Occasionen sein. Eine Datenauswertung des Internet-Vergleichsdiensts comparis.ch zeigt: Insgesamt stehen auf dem Onlineportal mehr als 87'000 gebrauchte Dieselautos zum Verkauf. Davon erfüllt jedes zweite Fahrzeug die Euro-6-Norm nicht. Jedes sechste davon (14'000) erreicht maximal die Euro-4-Norm und nur jedes fünfte die Euro-5-Norm (25'000). Diese Autos würden von angepeilten Verboten betroffen sein.

 

Die Unsicherheit über die Zukunft von Dieselfahrzeugen wiederspiegelt sich in der Nachfrage (Neuwagen und Occasionen) auf comparis.ch: Die treibstoffspezifischen Suchanfragen nach Fahrzeugen mit Dieselantrieb sind allein im letzten Monat um 20 Prozent eingebrochen und haben Ende März 2018 ein Rekordtief erreicht. Zwischen Januar 2015 und April 2018 ist die Nachfrage insgesamt um 44 Prozent zurückgegangen. Im gleichen Zeitraum ist die Nachfrage nach benzinbetriebenen Personenwagen um 71 Prozent gestiegen.

 

Comparis-Mobilitätsexperte Harry H. Meier rät Occasionskäufern: «Wer mit dem Gedanken spielt, eine ältere Diesel-Occasion zu erwerben, sollte sich vor dem Kauf gut über die angekündigten Fahrbeschränkungen informieren und sie gegen die persönlichen Mobilitätsbedürfnisse abwägen. Nach heutigem Kenntnisstand fährt am besten, wer sich für ein Modell mit der Euro-6-Abgasnorm entscheidet. Diese Fahrzeuge sind meist jünger als September 2015 und stehen aktuell nicht im Fokus der Luftreinhaltemassnahmen.»

 

Für die Analyse wurden per 28.3.2018 insgesamt 87'170 Verkaufsinserate für Diesel-Occasionsfahrzeuge ausgewertet. Davon erreichen 42'364 Autos die Euro-6-Norm und 24'794 die Euro-5-Norm. 14'027 Fahrzeuge haben maximal die Euro-4-Norm (Euro-Norm manuell ermittelt nach Datum der 1. Inverkehrsetzung). (pd/ir)

 

www.comparis.ch

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