01. November 2017

Elektrofahrzeuge: Weniger Reichweite als versprochen

Die Mobilitätsberatung des TCS führte im Auftrag von Euroconsumers und Kassensturz einen Fahrzeug-Vergleichstest von drei modernen Elektrofahrzeugen durch. Der Test zeigt auf, dass mit heutigen Elektrofahrzeugen akzeptable Reichweiten erreicht werden können. Dennoch liegt der Verbrauch der Fahrzeuge deutlich höher als vom Werk angegeben.

Elektrofahrzeuge: Weniger Reichweite als versprochen

In der Werbung wird von mehr Reichweite gesprochen, als im Realeinsatz resultiert.

Elektrofahrzeuge: Weniger Reichweite als versprochen

Getestet und verglichen wurden ein Renault Zoe, ein Nissan Leaf und der Opel Ampera-e. Die Batteriekapazitäten der getesteten Elektrofahrzeuge reichen von 30 kWh bis 60 kWh und ermöglichen laut Herstellerangaben Reichweiten bis 520 km. Diese Reichweiten werden wie bei Verbrennungsmotoren auf dem Prüfstand und unter Laborbedingungen ermittelt. Ziel des TCS Tests war es die unter Realbedingungen möglichen Reichweiten und Verbrauchswerte der Fahrzeuge zu ermitteln. 

 

 

Zu diesem Zweck wurde die Beladung der Fahrzeuge einer Ferienfahrt nachempfunden. Das heisst: zusätzlich zum Fahrer wurden sie mit der Masse eines Beifahrers (75 kg), zwei Kindern (jeweils 30 kg) und Gepäck (20 kg) beladen. Zudem wurde die Klima- und Heizungsregulierung auf die Komforttemperatur von 22°C eingestellt, bei einer Aussentemperatur von durchschnittlich 10 °C. 

 

 

Für den Test wurden die Fahrzeuge einheitlich konditioniert. Das bedeutet, dass alle Fahrzeuge gefahren wurden, bis die Anzeige „Antriebsleistung reduziert“ einen niedrigen Batterieladezustand meldete. Anschliessend wurden die Batterien auf der akkreditierten Verbrauchsprüfstelle des TCS in Emmen einheitlich geladen. 

 

 

Die anschliessenden Verbrauchsfahrten wurden im Konvoi durchgeführt. Gefahren wurde jeweils dreimal eine städtische, eine Überland- und eine Autobahnrunde. Vor Jeder Runde wurde jeweils der Fahrer und die Position des Fahrzeuges im Konvoi getauscht. Dies, um Einflüsse des Fahrers und Fahrwiderständen auszugleichen. Insgesamt wurde eine Strecke von 124 km zurückgelegt. Anschliessend wurden die Batterien mit kalibrierten Messgeräten auf der akkreditieren Verbrauchsprüfstelle des TCS geladen. 

 

 

Die Testergebnisse machen deutlich, dass bei den getesteten Fahrzeugen unter den angewendeten Bedingungen nur rund 58% der von den Herstellern für eine Batterieladung angegebenen Reichweite gefahren werden kann. Dies bedeutet beim Nissan Leaf 144 km, beim Renault Zoe 232 km und beim Opel Ampera-e 304 km Reichweite. 

 

 

Mit heutigen Elektrofahrzeugen können mittlerweile auch unter anspruchsvollen Bedingungen akzeptable Reichweiten erreicht werden können. Dies hat jedoch seinen Preis. So sind die getesteten Fahrzeuge in der Anschaffung mit Fr. 38‘595.- bis Fr. 41‘900.- immer noch teurer als vergleichbare Autos ihrer Klasse, was aber über ihre Lebensdauer durch tiefere Unterhalts- und Betriebskosten kompensiert wird. Zudem sind viele Elektromobile für die grosse Ferienreise heutzutage noch wenig geeignet, bzw. verlangen eine vorbereitende Planung der Reise. Dieser Nachteil wird durch ein immer dichteres und leichter zugängliches Ladenetz laufend verringert.  (pd/eka)

 

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