18. Juni 2015

Blick in die Zukunft an der AUTO&Wirtschaft Tagung 2015

Wie wird die Mobilität in der Zukunft aussehen? Unter diesem Oberbegriff stand die AUTO&Wirtschaft Tagung 2015 von Migrol und dem A&W Verlag in der Umwelt Arena Spreitenbach. Rund 100 Teilnehmer aus der Flottenbranche waren gekommen. Treibstoffe, Sicherheitssysteme und Verkehrsplanung aus Sicht der ASTRA waren die Themen der drei Impulsreferate.

Blick in die Zukunft an der AUTO&Wirtschaft Tagung 2015

TextFotos: Berndt Schramka

 

Als ersten Referenten lud Moderatorin Sandra-Stella Triebl, Unternehmerin und Verlegerin, Erwin Wieland, Vizedirektor des Bundesamts für Strassen ASTRA, Abteilung Strassennetze, auf die Bühne. Auf den Schweizer Strassen hat der Verkehr in den letzten 25 Jahren um 25 Prozent zugenommen. Allein auf den Autobahnen werden jährlich 26 Milliarden Kilometer zurückgelegt, das sind 90 Fahrten zur Sonne und wieder retour. Und der Verkehr wird weiter zunehmen.

 

Die Zahl der Staustunden ist immens gestiegen. Nur ein Problem dabei: Die PWs werden meist nur von einer Person gefahren. Wieland: «Auf der Osttangente Bern hätten wir gar kein Stauproblem, wenn die Fahrzeuge im Schnitt mit 1,5 statt 1,1 Personen besetzt wären.» Schon heute gibt es viele elektronische Hilfen für den Fahrer. Autonomes Fahren gewinnt schon vor diesem Hintergrund an Bedeutung. «Also müssen wir uns fragen, wie intelligent muss die Strasse sein?»

 

Herausforderungen dabei sind die verlässliche Kommunikation der Fahrzeuge miteinander und mit der Infrastruktur, die Fragen der Haftung bei Unfällen und der Datenschutz. Wieland: «Mit den Daten aus den Autos würden wir bei der Planung wahnsinnig viel Geld sparen - aber wir kommen nicht heran.» Die meiste Intelligenz werde in den Autos sein, schon wegen der gesamteuropäischen Verhältnisse wollten sich die Hersteller nicht auf Informationen von der Infrastruktur verlassen.

 

Werden wir mit Benzin oder mit Strom in den Stau fahren? Dr. Armin Heitzer, Leiter Treibstoffe und Umwelt bei der Erdöl-Vereinigung, sieht in der näheren Zukunft immer noch die fossilen Treibstoffe ganz weit vorn. Rund 8000 Milliarden Barrel Öl könnten technisch gewonnen werden; verbraucht haben wir bisher rund 3000 Milliarden. Das Problem: Beim heutigen Preise von rund 60 Dollar pro Fass könne der Rest nicht wirtschaftlich gefördert werden.

 

Bis 2040 sieht Heitzer, dass Benzin und Diesel mit mehr als 50 Prozent dominieren, Gas ein wenig zunimmt und der Anteil der Vollhybriden und Plug-ins kräftig wächst. Gesteuert werde das hauptsächlich von der Politik, zum Beispiel mit den Vorschriften für die CO2-Reduktion, Steuervorteilen für CNG/LPG und möglicherweise der Freigabe von Busspuren für Elektro-Fahrzeuge. Die Zahl der Regulierungen und Markteingriffe werde weiter steigen. Generell sei es bemerkenswert, was die Autoindustrie schon bewirkt hat: nämlich eine durchschnittliche Effizienzsteigerung von 2 % pro Jahr. Die Vielfalt der Antriebssysteme werde zunehmen. Dadurch werden die Steuereinnahmen durch konventionellen Treibstoff längerfristig sinken, aber wie dann alternative Treibstoffe besteuert werden, sei unklar. Ebenso, ob es mehr Mautstrecken oder generelle Mobilitätssteuern geben werde.

 

Den langen Weg vom assistenzgestützten zum autonomen Fahren beschrieb Dipl.-Ing. James Remfrey,  Director Technology Intelligence, bei Continental. Der 144 Jahre Reifenhersteller widmet sich längst auch den Computersystemen im Auto. Was die Industrie heute schon erreicht hat, demonstrierte er eindrucksvoll mit einem Video. Es zeigte, wie ein Auto mit Hilfe des ESP auf nasser Fahrbahn und bei unterschiedlichen Strassenbelägen rechts und links sicher zum Stehen kam. Das selbe Auto ohne ESP führte in beiden Fällen wilde Pirouetten vor und kreiselte nur zum Stand.

 

Autos seien heute schon ziemlich sicher; nur wenn der Fahrer einsteigt, werde es kritisch. Bei 76 Prozent der Unfälle sei allein der Fahrer schuld; 40 Prozent aller Fahrer bremsen vor einem Unfall überhaupt nicht, weitere 40 Prozent nicht stark genug. Da hilft die Elektronik. Eine wichtige Stütze beim autonomen Fahren wird die Kommunikation zwischen Autos sein. So könne ein PW den folgenden vor dem Stau hinter der Kuppe warnen. Millionen von Testkilometern werden bereits zurückgelegt. Aber wie komplex das Ganze ist, belegte Remfrey mit einer Zahl: Der Programmcode der Software sei etwa 100 Millionen Zeilen lang. Deshalb werde es noch zehn Jahre dauern bis zum autonomen Fahren. Remfrey: «Und in den Städten wird es erst in 20 bis 25 Jahren soweit sein.»

 

In der anschliessenden Podiumsdiskussion wies Simon Jossi, Leiter Tankstellengeschäft bei der Migrol, noch darauf hin, dass es auch lange dauern werde, bis das von den Fahrern auch akzeptiert wird. «Bei den Jungen, die mit Laptop und Handy aufgewachsen sind, geht das natürlich schneller.» Ruben Wegmann vom Carsharing-Anbieter Sharoo ist der Elektronik schon jetzt dankbar: «Die Assistenten und Systeme helfen unseren Kunden, mit fremden Fahrzeugen umzugehen.»

 

Nach dem Event konnten sich die Teilnehmer beim Apéro und Lunch noch rege über die spannenden Themen austauschen und networken.

 

Impressionen der AUTO&Wirtschaft Tagung 2015 sehen Sie in unserer Fotogalerie.

 

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