23. April 2015

Aufhebung des Euro-Mindestkurses sorgt für heftiges Auf und Ab im 1. Quartal 2015

Die Frankenaufwertung belastete im Januar die Neuwagen-Verkaufszahlen stark. Dank der raschen Gewährung von Euro-Rabatten im zweistelligen Prozentbereich sowie Listenpreissenkungen erholte sich die Absatzstagnation jedoch überraschend schnell.

Aufhebung des Euro-Mindestkurses sorgt für heftiges Auf und Ab im 1. Quartal 2015
Aufhebung des Euro-Mindestkurses sorgt für heftiges Auf und Ab im 1. Quartal 2015

Die Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank, den Euro-Franken-Mindestkurs am 15. Januar 2015 mit sofortiger Wirkung aufzuheben, belastete die Neuwagen-Verkaufszahlen im Januar stark (-1'814 PW, -9,0%). Dank der raschen Gewährung von Euro-Rabatten im zweistelligen Prozentbereich sowie Listenpreissenkungen erholte sich die Absatzstagnation jedoch überraschend schnell: Im Februar betrug das Plus im Vorjahresvergleich bereits 2,1% - im März sogar sagenhafte 20%!

 

Nach der ersten Schockstarre von Mitte Januar reagierten die ersten Autoimporteure bereits am 19. Januar mit intensiv beworbenen Rabattaktionen auf die überraschende Aufhebung des Euro-Franken-Mindestkurses. Allein von Januar bis März flossen hierzulande mehr als 100 Millionen Franken in die Werbung für Neuwagen! Mit dem Mazda2, Audi Q3, Volvo XC60, Citroën C4 Cactus und Fiat 500X Crossover waren gar fünf Fahrzeuge unter den Top-10 der meistbeworbenen Produkte vertreten.

 

Die gewährten Rabatte führten zu einer wahrnehmbaren Erhöhung der relativen Kaufkraft, was bei langlebigen Konsumgütern die Kaufabsicht positiv beeinflusst. Trotzdem muss davon ausgegangen werden, dass mit den Preisnachlässen nur beschränkt zusätzliche Nachfrage geschaffen wurde. Vielmehr haben bereits Kaufwillige wohl die Gunst der Stunde genutzt und ihren geplanten Neuwagenkauf vorgezogen.

 

Bei gleichbleibendem Euro-Franken-Kurs gehen die Marktanalysten von Eurotax deshalb davon aus, dass der aktuell hohe Nachfragedruck in den kommenden Monaten abflachen wird. Für das Gesamtjahr kann derzeit trotzdem mit einem leichten Verkaufsplus gerechnet werden, wie auch das überaus positive Feedback vom zurückliegenden Automobil-Salon in Genf erwarten lässt.

 

Kumuliert lagen die Immatrikulationen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein mit 72'275 Personenwagen im ersten Quartal 2015 um 5,7% (+3'880 PW) über dem Vorjahr. Die Preisnachlässe förderten allerdings nicht nur den Verkauf von Neuwagen, sondern schmälerten auch die Margen von Importeuren und Händlern sowie die Verkaufszahlen im Gebrauchtwagenmarkt: Von Januar bis März 2015 wechselten folglich 4'326 weniger Occasionen ihren Besitzer (206'016 PW, -2,1%), was sich ebenfalls in einer geringeren Reduktion der Standzeiten (94 Tage, -1,1%) niederschlug als noch vor Jahresfrist (-6,9%).


Die Top-10-Neuwagen-Rangliste wird neu gemischt: Einerseits weisen etablierte Marken wie Mercedes-Benz (+38,2%), Skoda (+21,1%) und Renault (+18,7%) Wachstumsraten auf, welche die Mitbewerber von BMW (+15%) und Peugeot (+11,7%) etwas verblassen lassen. Andererseits rückte die ehemals notleidende Marke Citroën (+23,6%) zulasten von Toyota (-13,8%) in die Top-10-Markenrangliste auf.


Markant an Stückzahlen zulegen konnten nicht nur einzelne Marken, sondern auch alternativ angetriebene Personenwagen mit Hybrid-, Elektro-, Gas- oder E85-Motor: Im Vorjahresvergleich nahmen die betreffenden Immatrikulationen um 32,9% zu. Starkes Wachstum verzeichneten erneut auch 4x4-Fahrzeuge (+7,0%) sowie Fahrzeuge mit Dieselmotor (+8,7%).

 

Wie bereits 2014 entwickelte sich der Gebrauchtwagenmarkt auch im ersten Quartal des laufenden Jahres negativ (-4'326 PW, -2,1%). Von den Volumenmarken vermochten einzig Mercedes-Benz (+3,0%), Volkswagen (+1,7%) und Audi (+1,5%) zuzulegen. Praktisch unverändert nachgefragt wurden hingegen gebrauchte Fahrzeuge von BMW (-1,0%), während die übrigen Top-10-Markenvertreter teilweise massive Einbussen hinnehmen mussten.


Dass sich hohe Neuwagen-Rabatte vor allem auf den Occasionshandel im gehobenen und hohen Preissegment auswirken, lässt sich an der Standzeit-Entwicklung der betreffenden Fahrzeug-Segmente ablesen. Dass die durchschnittlichen Standzeiten (94 Tage, -1,1%) dennoch abnahmen, ist auf die gestiegene Kauflust in den Segmenten Kompakt-/Minivans (94 Tage; -5,1%), Kleinwagen (88 Tage, -3,3%), Mittelklasse (94 Tage, -3,1%) und obere Mittelklasse (100 Tage, -2,0%) zurückzuführen. (pd/vg)

 

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