06. November 2014

Gasmobil-Symposium in Thun: Vollgas für uneingeschränkte Mobilität

Vor dem Hintergrund der CO2-Reduktion – ab nächstem Jahr dürfen Auto-Hersteller die schlechtesten 20 % ihrer Verkäufe nicht mehr streichen – gewinnen alternative Antriebe immer mehr Gewicht. Deshalb fand das 10. Gasmobil-Symposium in Thun besonders grosses Interesse.

Gasmobil-Symposium in Thun: Vollgas für uneingeschränkte Mobilität

Podiums-Diskussion (v.l.): SVP-Nationalrat und ASTAG-Präsident Adrian Amstutz, Bernhard Soltermann, Managing Director der AMAG, Moderatorin Danielle Lalive und Divisionär Daniel Baumgartner, Chef Logistikbasis der Armee

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Von Berndt Schramka


Wenn der CO2-Ausstoss nennenswert unter 130 Gramm pro Kilometer sinken soll, führt an Erdgas/Biogas als Treibstoff kaum ein Weg vorbei. Dafür sprechen die hohe Verfügbarkeit und die viel höheren Reichweiten und geringeren Kosten im Vergleich zu Elektrofahrzeugen. Das unterstreichen die Modelloffensiven von Audi, Fiat, Iveco, Lancia, Mercedes-Benz, Opel, Piaggio, Scania, Seat, Skoda und VW.

Heute fahren über 11'000 Erdgasfahrzeuge in der Schweiz. Tendenz: steigend. Weil der allergrösste Teil bivalent fährt, also Erdgas- und Benzintanks hat, liegen die Reichweiten bei mehr als 1000 km. Wer kostengünstig nur mit Gas fahren möchte, dem stehen in der Schweiz heute 140 Tankstellen zur Verfügung. Und dank des Benzins ist die Mobilität nie eingeschränkt.

In der Stockhorn Arena gab es Referate mit dem wissenschaftlichen Hintergrund über praktische Anwendungen bei Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ) bis zum Erfahrungsbericht von Roman Caspar, dem Kapitän der Handballmannschaft Wacker Thun, der seit 2006 Erdgas-Autos fährt. Auf dem Rasen des Stadions konnten die Teilnehmer ausserdem Gas-Fahrzeuge vom PW über leichte Nutzfahrzeuge bis zum Lastzug der Migros besichtigen.

Den rund 180 Entscheidungsträgern aus Gas- und Erdölindustrie, Politik, Forschung, Verwaltung sowie Autoimporteuren, Flottenbetreibern und Energieversorgern präsentierte Divisionär Daniel Baumgartner, Chef Logistikbasis der Armee, eine Überraschung. Für das Armee-Logistikcenter (ALC) in Othmarsingen AG wird eine eigene Erdgas/Biogas-Tankstelle geplant. Das Pilotprojekt umfasst auch die Anschaffung von Erdgasfahrzeugen für die Logistik. Bei Erfolg baut die Armee das Versorgungsnetz auf alle ALC aus.

Baumgartner unterstrich, dass Erdgas/Biogas von grosser strategischer Bedeutung für die Armee sei. Im Namen der Armee bekannte er sich zu Erdgas/Biogas als Treibstoff. «Schon um eine gewisse Unabhängigkeit zu erreichen.» Begleitet wurde er von drei Chauffeuren der Armee, die die Erdgas-LKWs von Iveco und Scania testeten.

Bernhard Soltermann, Managing Director der AMAG Automobil- und Motoren AG, zeichnete in seinem Referat die Strategie des Volkswagen-Konzerns nach. Der setzt künftig verstärkt auf Erdgas/Biogas bei all seinen Marken. CNG als Hightech-Kraftstoff sei fester Bestandteil der Konzernstrategie und Wegbereiter zur CO2-neutralen Mobilität, sagte Soltermann.

Wie genau das in Zukunft funktionieren könnte, erklärte Urs Elber, Geschäftsführer des Kompetenz- Zentrums für Energie und Mobilität. «Power to gas» heisst das Schlagwort. In Spitzenzeiten können die Stromnetze die Überschüsse aus Solar- und Windkraftwerken gar nicht verwerten. Diesen Strom kann man mit einem relativ einfachen Verfahren in synthetisches Erdgas umwandeln, was ihn zu speicherbarem Treibstoff macht. Dadurch gäbe es nie zu viel Solarstrom, erklärte Urs Elber, und fossile Energie könnte direkt ersetzt werden.

Audi betreibt in Werlte bei Bremen bereits eine industrielle Versuchsanlage. Sie produziert soviel künstliches Erdgas, dass damit 1500 Fahrzeuge ein Jahr lang betankt werden können. Ausserdem kann das Gas in die normalen Leitungen für die Versorgung von Haushalten eingespeist werden.

Auch das Transportgewerbe setzt vermehrt auf Erdgas/Biogas als Treibstoff. Das belegte einerseits SVP-Nationalrat und ASTAG-Präsident Adrian Amstutz, der auf die Taxibranche und den Verteilerverkehr verwies, wo CNG bereits heute eine zielführende und kostengünstige Alternative darstelle. Allerdings liege noch viel Potenzial brach. «Was es braucht, sind vor allem mehr Tankstellen.»

Andererseits schilderte Thomas Bieri, Leiter Entsorgungslogistik bei Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ), «seine» Erfolgsstory mit Erdgas/Biogas. Heute fährt die Hälfte der Zürcher Abfallsammel-Fahrzeuge mit CNG monovalent. In den kommenden zwei Jahren ersetzt die ERZ ihre Flotte. Dann werden 23 der 32 Fahrzeuge mit Erdgas/Biogas betrieben.

www.erdgasfahren.ch

 



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