30. Juli 2020

Mitsubishi friert Europa-Geschäft ein!

Die Meldung ist ein Schock für alle Mitsubishi-Fans: Europäische Kunden müssen ab sofort auf neue Modelle verzichten. Wie Erich Hunold, Leiter Marketing und PR Mitsubishi Motors Schweiz, auf Anfrage von AUTO&Wirtschaft erklärt, bleiben Vertrieb und Service bereits im Verkauf befindlicher Modelle erhalten.

Mitsubishi friert Europa-Geschäft ein!

Der vorläufig letzte neue Mitsubishi in der Schweiz: Space Star

Text: Mario Borri

 

Gerüchte um einen möglichen Rückzug von Mitsubishi aus Europa gab es gemäss Branchen-Insidern schon länger. Die Bekanntgabe dieses drastischen Schrittes trifft aber alle europäischen Mitsubishi-Fans, -Händler und -Garagisten unerwartet und hart. Auch der Schweizer Importeur, die MM Automobile Schweiz AG, wurde überrascht. Gemäss Erich Hunold, Leiter Marketing und PR, handle es sich um eine vorübergehende Massnahme und Vertrieb sowie Service bereits im Verkauf befindlicher Modelle blieben erhalten.

 

 

Die japanische Marke war einst Kult in der Schweiz. Die Werbespots mit Komiker Walter Roderer bleiben unvergessen. Auch der Slogan «Leise, kraftvoll – Mitsubishi» ist legendär. Die Verkaufszahlen gingen aber stetig zurück. Die Nachfolger der Verkaufsschlager Colt und Lancer konnten nicht an vergangene Erfolge anknüpfen. In den letzten Jahren stabilisierten sich die Neuzulassungen allerdings wieder. Das ist vor allem dem Plug-in Hybrid SUV Outlander und dem Kleinwagen Space Star zu verdanken. Letzterer wurde erst gerade neu lanciert und bleibt bis auf weiteres der neuste Mitsubishi in Europa.

 

 

Gemäss dem jetzt festgelegten Business-Plan muss Mitsubishi dringend seine in den letzten Jahren stetig gestiegenen Fixkosten senken, um eingebrochene Gewinne zurückzuholen, berichtet des deutsche Automagazin «Auto, Motor, Sport». Im neuen Massnahmen-Paket ist eine Fixkostensenkung um 20 Prozent bis Anfang 2022 vorgesehen – dann soll der Gewinn wieder steigen. Allein die Reduzierung des Personals soll die Kosten um 15 Prozent senken. Bei den weiteren, prozentual nicht näher aufgeschlüsselten, Sparmassnahmen fällt der Punkt «Forschung und Entwicklung» auf. Dessen erster Unterpunkt weist auf allgemeine Einsparungen bei der Forschung und eine Konzentration dieser Forschung im Firmenverbund Renault-Nissan-Mitsubishi hin. Im zweiten Unterpunkt heisst es gemäss AMS dann lapidar: «Einfrieren der Einführung neuer Produkte in Europa.» Mitsubishi klemmt europäische Kunden also von seinen neuen Modellen ab.

 

 

Mitsubishi sieht seine Zukunft demnach in der ASEAN-Freihandelszone, zu der Brunei, Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Singapur, Thailand, Vietnam, Laos, Myanmar und Kambodscha gehören. Mit den auf diesen Märkten erfolgreichen Fahrzeugen möchten die Japaner dann auch in weiteren südasiatischen Ländern, Ozeanien, Südamerika, Afrika und im nahen Osten punkten. In China möchte Mitsubishi zusammen mit seinem Partner GAC Wachstum erzeugen.

 

 

In Sachen Technologie soll Mitsubishi viel stärker an die Entwicklungen seiner Partner Renault und Nissan gekoppelt sein. Kompetenzbereich von Mitsubishi bleiben Offroad- und Allradfahrzeuge. Allerdings möchten die Japaner auch neue Generationen von Dieselmotoren entwickeln – die ja eigentlich besonders für den europäischen Markt interessant sind. Ansonsten arbeitet Mitsubishi an Hybrid-Antrieben und Plugin-Hybrid-Antrieben – die Technik für reine Elektroautos kommt wiederum von den Partnern im Firmenverbund. Ausserdem stellt der Business-Plan die Weichen für Mitsubishis wichtige Nutzfahrzeug-Sparte: Ab 2020 stellt Renault die meisten dieser Fahrzeuge her, Mitsubishi könnte sie in Form von Badge-Engineering anbieten, also nur mit bereits bei der Fertigung von Renault angebrachten Mitsubishi-Logos.

 

 

www.mitsubishi-motors.ch

 



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