29. Juni 2018

Occasions-E-Autos wenig gefragt

Der Markt für Elektromobile in der Schweiz kommt in Fahrt: Es entwickelt sich bereits ein Occasionsmarkt. Trotzdem haben nur 17 Prozent der Besitzer, die ihr Elektromobil im Mai verkauft haben, erneut ein solches Fahrzeug erworben. Das zeigen die Daten der Zürcher Marktdatenspezialistin auto-i-dat ag.

Occasions-E-Autos wenig gefragt

Elektroautos haben als Occasionen einen schweren Stand.

Mit einem aktuellen Marktanteil von 1,48 Prozent bei Neufahrzeugen handelt es sich bei Elektrofahrzeugen nach wie vor um Nischenprodukte. Viele Grundvoraussetzungen für den erwarteten Boom sind noch nicht gegeben, sowohl auf Seite der Schweizer Stromproduzenten und des Stromnetzes als auch bei der Entsorgung der Batterien.

 

 

Auch wenn der Markt für Elektroautos noch relativ jung ist, existiert bereits ein Occasionsmarkt. Dieser entwickelt sich allerdings sehr unterschiedlich. Die Standzeiten der gängigen Modelle divergieren stark, wobei junge Elektrofahrzeuge weniger lang stehen als ältere. «Ältere Elektrofahrzeuge finden aktuell praktisch kaum mehr einen neuen Halter», sagt René Mitteregger, Datenspezialist bei der auto-i-dat ag. Und: Beinahe die Hälfte aller Elektrofahrzeuge ist im Besitz von Firmen und gelangt deshalb mit einer Verzögerung auf den Occasionsmarkt. Ein bemerkenswertes Detail aufgrund der von auto-i-dat ag erhobenen Daten: Bei Tesla wird ein Drittel aller zurzeit ausser Verkehr gesetzten Fahrzeuge nicht mehr angeboten. Gleiches gilt für den BMW i3. Auffällig ist gleichzeitig die Tatsache, dass im letzten Monat nur 17 Prozent der privaten Elektrofahrzeugverkäufer, die ihr Fahrzeug verkauften, wieder ein solches gekauft haben.

 

 

auto-schweiz, die Vereinigung der Autoimporteure der Schweiz, hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 bei den Neufahrzeugen einen Marktanteil von zehn Prozent für Personenwagen mit Elektro- oder Hybridantrieb zu erreichen. Wie ambitioniert diese Vorgabe ist, zeigt ein Blick auf den momentanen Stand: In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres lag der Anteil an neuen Personenwagen mit einem Hybrid- oder Elektroantrieb bei sechs Prozent. Das hat mit dem Umstand zu tun, dass die Angebotspalette an (attraktiven) Elektrofahrzeugen noch nicht sehr breit ist und die zur Verfügung stehenden Fahrzeuge die Anforderungen in Bezug auf Reichweite noch nicht vollumfänglich erfüllen. «Von einem Boom kann aber auf absehbare Zeit nicht die Rede sein», kommentiert Mitteregger die aktuelle Marktentwicklung. Natürlich seien 2017 mehr Elektrofahrzeuge verkauft worden als im Jahr zuvor – «das liegt schlicht daran, dass generell mehr Elektrofahrzeuge verfügbar sind.»  (pd/eka)

 

www.auto-i-dat.ch

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