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07.05.2026

Studie zeigt: Autobranche gespalten bei Verbrenner-Aus und CO₂-Vorgaben

Die Transformation der Automobilindustrie hin zur Elektromobilität ist weiter vorangeschritten als vielfach angenommen – gleichzeitig zeigt eine aktuelle Studie eine klare Spaltung innerhalb der Branche, insbesondere bei zentralen Fragen wie dem Verbrenner-Aus und den CO₂-Flottengrenzwerten.

Studie zeigt: Autobranche gespalten bei Verbrenner-Aus und CO₂-Vorgaben

Bild: KI generiert

Eine aktuelle Unternehmensbefragung zur Transformation der deutschen Automobilindustrie zeichnet ein differenziertes Bild: Während ein Grossteil der Unternehmen bereits weit in Richtung Elektromobilität vorangeschritten ist, gehen die Meinungen über politische Rahmenbedingungen und den weiteren Kurs deutlich auseinander.

Das zugrunde liegende Strategiepapier, erarbeitet unter Beteiligung des Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung und der University of Sussex, basiert auf Interviews mit Führungskräften aus der Automobilbranche. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Industrie zunehmend in zwei Lager aufteilt: Unternehmen, die bereits stark in Elektromobilität investiert haben, und solche, die sich noch am Anfang der Transformation befinden.

Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen zählt zur Gruppe der sogenannten Vorreiter. Über 20 Prozent geben an, ihre Geschäftsmodelle bereits vollständig auf Elektromobilität ausgerichtet zu haben, weitere rund 40 Prozent sehen sich in einem fortgeschrittenen Transformationsprozess. Demgegenüber steht eine Gruppe von Nachzüglern, die entweder erst am Anfang steht oder bislang noch keine strategische Neuausrichtung vorgenommen hat.

Trotz dieser Unterschiede zeigt sich ein klares Bild bei den Investitionen: Die Mehrheit der Unternehmen hat in den vergangenen Jahren verstärkt in Zukunftstechnologien wie Elektromobilität und Digitalisierung investiert. Gleichzeitig bleibt die Verbrennertechnologie für einen Teil der Branche weiterhin relevant, was die parallele Entwicklung verschiedener Antriebstechnologien unterstreicht.

Bei den politischen Rahmenbedingungen wird die Spaltung besonders deutlich. Während eine Mehrheit der Unternehmen zusätzliche staatliche Investitionen in Forschung, Bildung und Innovation sowie niedrigere Strompreise befürwortet, stösst eine Lockerung der CO₂-Flottengrenzwerte auf breite Skepsis. Vor allem die Vorreiter sprechen sich klar für stabile und verlässliche Rahmenbedingungen aus und lehnen eine Abschwächung bestehender Zielvorgaben ab.

Die Studie zeigt zudem, dass die Glaubwürdigkeit politischer Massnahmen eine zentrale Rolle für Investitionsentscheidungen spielt. Unsicherheiten – etwa durch kurzfristige Änderungen von Förderprogrammen – können die Transformationsdynamik bremsen und die Planungssicherheit beeinträchtigen. Forschende warnen daher vor einem inkonsistenten Kurs, der insbesondere jene Unternehmen benachteiligen könnte, die frühzeitig in Elektromobilität investiert haben.

Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse, dass die Transformation der Branche bereits weit fortgeschritten ist, gleichzeitig aber klare politische Leitplanken benötigt. Ein stabiler, verlässlicher Politikmix gilt dabei als entscheidender Faktor, um die Innovationskraft der Industrie zu sichern und ihre Wettbewerbsfähigkeit im globalen Wandel zur Elektromobilität zu stärken.

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