A&W-Branchenanlass 2026: Auf zu neuen Ufern
Posted by: Mario Borri
Der vierte A&W Branchenanlass stand ganz im Zeichen des Aufbruchs. Zwischen Apéro, Seefahrergeschichten, leckerem Essen/Trinken und persönlichem Austausch wurde einmal mehr deutlich: Die Mobilitätsbranche lebt vom Dialog – und vom Mut, neue Wege zu gehen.
Noch jung an Jahren, aber bereits fest verankert im Kalender der Branche: Der A&W Branchenanlass hat sich in kurzer Zeit zu einem der wichtigsten Treffpunkte der Schweizer Mobilitätswelt entwickelt. Auch 2026 folgen Garagisten, Carrossiers, Werkstattausstatter, Reifenfachleute, Flottenmanager, Lacklieferanten, Autoimporteure, Zulieferer, PR-Manager, Versicherer, Online- und klassische Autohändler sowie Verbandsleute der Einladung des A&W Verlages ins Eventcenter von Emil Frey Classics in Safenwil (AG).
Beim Eintreffen der rund 280 Teilnehmerinnen und Teilnehmer liegt bereits Bewegung in der Luft: Beim Apéro klirren erste Gläser, es wird angestossen, kleine Häppchen wandern von den Tabletts in die Hände der Gäste. Im vorderen Bereich der Eventhalle bilden sich rasch Gesprächsgruppen, bekannte Gesichter treffen auf neue. Ein Gong durchbricht schliesslich das Stimmengewirr und leitet in den offiziellen Teil des Abends über.
Willkommen und Weitblick
A&W-CEO Giuseppe Cucchiara und Geschäftsleitungsmitglied Jasmin Eichner heissen die Gäste herzlich willkommen. Sie sprechen die Herausforderungen des Marktes an und betonen, wie wichtig der persönliche Austausch gerade in bewegten Zeiten ist. Mit dem Hinweis, dass ein Event wie dieser ohne starke Partnerschaften nicht möglich wäre, sprechen Cucchiara und Eichner den Goldsponsoren Astara, Autoteile Wetzikon (ATW), CG Car Garantie, Hankook und TDC AG sowie den Silbersponsoren, GCS Schweiz AG, Jäggi Automobiltechnik, KSU A-Technik AG, Riwax Chemie AG und Sortimo Walter Rüegg AG ihren Dank aus.
Dann übernimmt Moderator Stephan Klapproth. Mit einem augenzwinkernden «Happy New Year» erklärt er den Branchenanlass zum ersten grossen Event des Jahres und stellt das Motto vor: «Auf zu neuen Ufern». Mit humorvollen Seitenblicken auf Politik und Technik spannt er den Bogen zur Frage, ob wir Menschen in einer Welt der künstlichen Intelligenz bald nur noch Passagiere sind, während Maschinen das Steuer übernehmen. Ein historischer Exkurs zur Landung in der Normandie, zu besseren Daten und mutigen Entscheidungen unterstreicht seine Botschaft: Fortschritt beginnt dort, wo man den sicheren Boden verlässt.
99 Tage allein um die Welt
Klapproth kündigt den Keynote-Speaker an: den Schweizer Einhand-Segler Oliver Heer. 99 Tage, rund 45’000 Kilometer, einmal um den Globus – allein, nonstop und ohne fremde Hilfe. Manchmal waren ihm die Astronauten in der ISS näher als die Menschen auf der Erde. Heer ist der 99. Finisher in der Geschichte der legendären Vendée Globe. Ein kurzer Film eröffnet sein Referat: Sturm, Gischt, endlose Horizonte und die Stille des offenen Ozeans. Dann beschreibt Heer den Alltag auf seinem 20 Meter langen Carbon-Boot mit 30 Meter hohem Mast: kein Komfort, kaum Schlaf, höchstens 40 Minuten am Stück, geweckt von einem 140-Dezibel-Alarm. 6000 Kalorien pro Tag, trotzdem zehn Kilo Gewichtsverlust – und stets das Wissen, dass nicht die Frage ist, ob am Boot etwas kaputtgeht, sondern wann.
Er schildert die Route – «zweimal richtig abbiegen, der Rest ist geradeaus» – und die Extreme: Rekorddistanzen im Südatlantik, danach Sturm und haushohe Wellen nach dem Kap der Guten Hoffnung. Im Südpazifik die Einsamkeit rund um Weihnachten, Tage im Windloch und der «Point Nemo», der am weitesten von jedem Stück Land entfernte Punkt der Erde. Besonders eindrücklich ist die Begegnung mit einem Eisberg: 100 Meter Abstand zu einer mehrere hundert Meter langen und hohen Wand aus Eis. «Das wäre nicht nur das Ende des Rennens gewesen», sagt Heer, «sondern auch meines.» Was ihn trägt, ist mentale Stärke. Resilienz. Und eine einfache Haltung: «Embrace the shit!» Probleme nicht schönreden, sondern annehmen – erst dann lassen sich Lösungen finden. Eine mentale «Toolbox» half ihm, in Krisen den Fokus neu auszurichten.
Zwischen Demut und Mut
Im anschliessenden Gespräch mit Stephan Klapproth geht es um Risiko, Wahrnehmung und Freiheit. Heer erzählt von seinen ersten Segelversuchen als 5-jähriger in Rapperswil und davon, dass er kein Draufgänger sei, sondern Risiken kalkuliere. Gefahren seien oft subjektiv: «Während uns das Meer furchteinflössend erscheint, nehmen wir alpine Risiken in der Schweiz als selbstverständlich hin.» Viermal täglich erhielt Heer Positionsmeldungen der Konkurrenz. Sein Boot kostete rund 750’000 Euro, die Top-Boote ein Vielfaches.
Dennoch plant er bereits die nächste Teilnahme – mit einem neuen, schnelleren Schiff. Der schönste Moment? Nicht das Ziel, sondern Sternenhimmel ohne Lichtquellen, Sonnenaufgänge mitten im Ozean, Wale, Delfine und Albatrosse. Und die Erkenntnis, wie klein der Mensch gegenüber der Natur ist. An der Wand seines Boots stand ein Satz: «Aufgeben ist keine Alternative – bis es die einzige ist.»
Pop, Genuss und Austausch
Zum Abschied wünscht Klapproth «Mast- und Schotbruch» und schlägt den Bogen damit zurück zum Motto des Abends – «Auf zu neuen Ufern. Dann gehört die Bühne der «Schweizer Madonna»: Bella Fahrni bringt mit Songs aus den 1980er- und 1990er-Jahren, begleitet von zwei Tänzern, die Halle in Bewegung. Anschliessend stehen Essen, Trinken und Netzwerken im Mittelpunkt.
Gespräche werden vertieft, neue Kontakte geknüpft, alte gepflegt. Und zwischen Dessert und letztem Glas Wein bleibt das Gefühl, dass es sich lohnt, immer wieder neue Ufer anzusteuern – auf hoher See ebenso wie im beruflichen Alltag.
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