31. März 2015

Neue Prüfnorm: Die Verbrauchsangabe soll endlich stimmen

Ab 2017 soll er schrittweise eingeführt werden: Der neue Norm-Testzyklus WLTP soll die Verbrauchswerte glaubhafter machen. Dazu werden die Prüfbedingungen der Realität angepasst – die Werte für Verbrauch und CO2-Ausstoss werden dann wohl steigen.

Neue Prüfnorm: Die Verbrauchsangabe soll endlich stimmen

WLTP-Norm: Getestet wird weiter im Labor wie hier beim TCS, aber die Bedingungen werden realistischer.

Text: Berndt Schramka

Bisher werden Autos nach dem Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) aus den 90er Jahren gemessen. Aber die Werte und die Realität klaffen immer weiter auseinander. Bis zu 40 Prozent beträgt der Unterschied. Die Hersteller tricksen, indem sie die Vorschriften komplett ausreizen. So rollen die Fahrzeuge abgespeckt und auf dünnen Reifen auf den Rollenprüfstand. Konstant 30 Grad im Labor verringern ebenfalls den Verbrauch.

Der TCS ermittelte 2014 in modifizierten Messreihen einen «Praxisverbrauch» – und der lag um durchschnittlich 1,5 l/100 km höher als die Herstellerangaben. Bei den Vergleichen von 2012 und 2013 gab es Abweichungen von 1,1 Litern gegenüber dem NEFZ. Andererseits stimmen die Herstellerwerte,
das hat der Club seit 1996 bei 350 Autos bestätigt.

Die Kluft soll nun schrumpfen – mit dem von der UNO-Wirtschaftskommission für Europa initiierten weltweit angeglichenen Test für leichte Fahrzeuge (Worldwide harmonized Light Vehicle Test Procedures, WLTP). Seit März 2014 haben sich neben den 28 Staaten der EU unter anderem Australien, China, Indien, Japan, Südkorea, Südafrika und die Türkei auf diesen neuen weltweit harmonisierten Fahrzyklus geeinigt. Er würde für alle Hersteller gelten und damit auch für die Schweiz. Ob die Auto-Lobby noch etwas verändern kann, ist unklar. Denn realistischere Werte bedeuten einen höheren Benzinverbrauch und damit auch einen höheren CO2-Ausstoss – der für die Autowerke dann zu höheren Abgaben führt.

Die wichtigsten Änderungen: Die Zyklus-Länge steigt von 11 auf 23,25 km; die Dauer von 20 auf 30 Minuten; das mittlere Tempo von 34 auf 46,6 km/h und die Höchstgeschwindigkeit von 120 auf 130 km/h. Vor allem aber sollen neu Sonderausstattungen (ohne Klima) für Gewicht, Aerodynamik und Bordnetz-Bedarf (Ruhestrom) berücksichtigt werden. Und im Labor wird es nur noch 23 Grad warm sein.

www.tcs.ch



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