11. April 2019

Allianz-Studie: Jede vierte Fussgängerkollision beim Rückwärtsfahren

Jeder fünfte Verkehrstote in Europa ist ein Fussgänger, weltweit sind es schätzungsweise 23 Prozent. In der Schweiz starben nach Angaben der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) 2017 insgesamt 47 Fussgänger, fast 600 wurden schwer verletzt. Zwar sind die Zahlen in den vergangenen Jahren rückläufig, aber Fussgänger bleiben ein Sorgenkind in der Unfallstatistik.

Allianz-Studie: Jede vierte Fussgängerkollision beim Rückwärtsfahren

Eine aktuelle Verkehrssicherheitsstudie des Allianz Zentrums für Technik (AZT) zeigt, welche Unfallsituationen für Fussgänger am gefährlichsten sind, wie hoch das Ablenkungspotenzial durch Smartphone & Co. ist und welche Technik helfen kann, Unfälle zu vermeiden. Die Leidtragenden sind vor allem Senioren, die auf das Zufussgehen mehr angewiesen sind als Jüngere. «Fast zwei Drittel der getöteten Fussgänger in der Schweiz ist älter als 64 Jahre», sagt Markus Deplazes, Leiter Schaden der der Allianz Suisse. Ein grosser Gefahrenherd für alle Altersgruppen: 43 Prozent der tödlichen Unfälle ereigneten sich auf Fussgängerstreifen.

 

Ablenkung spielt auch bei Fussgängern eine erhebliche Rolle. In der Schweiz tippt beziehungsweise textet fast jeder Zweite beim Gehen, 47 Prozent nutzen das Handy schon mal zum Fotos machen und jeder Dritte hört Musik. Zudem telefonieren 62 Prozent der Befragten. Speziell beim Musikhören steigt das Risiko laut Allianz um mehr als das Vierfache, beim Texten um das Doppelte. Wie beim Autofahren ist auch bei Fussgängern das Telefonieren die häufigste Ablenkung.

 

 

Eine umfangreiche Analyse der Fussgängerunfälle der Allianz Versicherung zeigt, dass in einem Grossteil der Fälle (42 %) der Anprall im Frontbereich stattfindet. Bemerkenswert ist jedoch, dass sich 23 Prozent der Unfälle beim Rückwärtsfahren ereignen. Versuche im Allianz Zentrum für Technik (AZT) zeigen, dass sich Fussgänger durch einen Sturz schon bei einem Anprall mit 3 km/h Kopfverletzungen zuziehen können.

 

 

Die Untersuchungen belegen, dass neben der Warnfunktion eines Systems auch das automatische Notbremsen lebenswichtig ist, wenn trotz Warnton Fahrer oder Fussgänger nicht reagieren. «Nachdem sich in den vergangenen Jahren Notbremssysteme für Fussgänger im Frontbereich als Marktstandard für neue Fahrzeugmodelle etabliert haben, müssen wir jetzt im nächsten Schritt auch die Notbremsung beim Rückwärtsfahren weiterentwickeln, um die Sicherheit für Fussgänger zu erhöhen», sagt Dr. Christoph Lauterwasser, Geschäftsführer des AZT. (pd/mb)

 

 

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