Teurer Sprit: Im September fährt mehr als jeder dritte neu zugelassene Personenwagen elektrisch
Posted by: Mario Borri
Im September sind in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein 21'948 neue Personenwagen zugelassen worden, was einem Anstieg von 9,6 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht. Auch wenn man die ersten neun Monate zusammenfasst, zeigt sich eine positive Entwicklung auf dem Automarkt, jedoch nur mit einem Zuwachs von 2,7 Prozent im Vergleich zu einem sehr schwachen vorherigen Jahr.
Die Gewinner sind die Fahrzeuge mit Elektrifizierung, deren Nachfrage im September erneut gestiegen ist. Die Marktanteile der Plug-in-Hybride (PHEV), die sowohl einen Verbrennungsmotor als auch einen elektrischen Antrieb mit Batterieunterstützung und Stromnetz-Lademöglichkeit besitzen, erreichten im September nur 10,3 Prozent der Neuzulassungen - den niedrigsten Stand des Jahres. Demgegenüber erleben die rein elektrischen Antriebe (BEV) einen Aufschwung. Sie erreichten im September erstmals mehr als ein Drittel der Neuzulassungen mit einem Anteil von 35,7 Prozent.
Die Steckerfahrzeuge (BEV und PHEV) verzeichneten seit Jahresbeginn Neuzulassungsanteile von 26,2 bzw. 11,5 Prozent. Fast die Hälfte aller neuen Personenwagen (46 Prozent) hatte im September eine elektrische Ladeoption. Trotz dieser deutlichen Zunahme liegt die Elektromobilität immer noch weit unter den Voraussagen der Roadmap Elektromobilität 2025. Die Nachfrage nach Fahrzeugen mit ausschließlich Benzin- oder Dieselantrieben sinkt weiter, vor allem aufgrund der stark gestiegenen Treibstoffkosten.
Geopolitische Krisen und angespannte Lieferketten haben die Treibstoffpreise auf Rekordniveaus gehoben. Diese hohen Treibstoffpreise belasten das Budget von Hunderttausenden Autofahrern erheblich. Auch Schweizer Unternehmen sind wegen der wirtschaftlichen Unsicherheiten dringend auf Unterstützungsmaßnahmen angewiesen. Da in der Schweiz kein Entlastungsprogramm zur Bewältigung der hohen Energiekosten für Bürger und Unternehmen geplant ist, tendieren die Fahrzeugkäufer vermehrt zum Elektroantrieb.
Thomas Rücker, Direktor von Auto-Schweiz, äußert sich dazu: «Die anhaltend steigenden Neuzulassungen von Steckerfahrzeugen im September stimmen positiv. Sie zeigen jedoch auch die starke finanzielle Belastung für Pendler und das Transportgewerbe auf. Man darf die Bevölkerung und die Wirtschaft nicht mit diesen Kosten alleine lassen. Die Mobilitätskosten müssen signifikant reduziert werden. Nicht alles, was glänzt, ist Gold: Die Entwicklung der Elektromobilität liegt noch immer ein Viertel unter den Prognosen der Roadmap 2025. Die Rahmenbedingungen für die Elektromobilität müssen schnell verbessert werden.»




