Der Automarkt in der Schweiz steht weiterhin unter Druck
Posted by: Mario Borri
Im August erhielten 16'047 Neuwagen ihre Zulassung, das ist ein Rückgang von 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Elektrifizierung macht gleichzeitig Fortschritte: Elektroautos machten im August 30,2 Prozent aus, wobei Fahrzeuge mit Stecker erstmals die Hybride übertrafen.
Die Erholung des Marktes für Personenwagen in der Schweiz und in Liechtenstein hat im August an Dynamik eingebüsst: Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Neuzulassungen von Personenwagen um 0,6 Prozent auf 16'047 Fahrzeuge. Seit Beginn des Jahres wurden 151'589 Neuzulassungen verbucht, was einem Anstieg von 1,8 Prozent gegenüber den ersten acht Monaten des vorangegangenen schwachen Jahres entspricht. Die wirtschaftliche Situation in der Schweizer Automobilindustrie ist weiterhin sehr gespannt und der Gesamtmarkt in der Schweiz bleibt hinter dem europäischen Wachstumstrend zurück, der zur Jahresmitte über 5 Prozent zugenommen hat.
Die Beliebtheit von rein elektrischen Fahrzeugen (BEV) hat im August im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres deutlich zugenommen (+48,7 Prozent), während das Interesse an Plug-in-Hybriden (PHEV) nachgelassen hat (-4,3 Prozent). Die PHEV, die sowohl über einen Verbrennungsmotor als auch über einen batteriebetriebenen Elektroantrieb und eine Auflademöglichkeit verfügen, machten im August 12,4 Prozent der Neuanmeldungen aus. Die sogenannten Steckdosenfahrzeuge (BEV und PHEV) erreichen seit Jahresbeginn insgesamt 37,2 Prozent und haben erstmals die Hybriden mit 36,7 Prozent überholt. Fahrzeuge mit ausschließlich Benzin- oder Dieselmotoren verlieren an Bedeutung und stellen nur noch 20,6 bzw. 5,5 Prozent der Neuzulassungen dar. Im August wurde lediglich jedes fünfte neue Fahrzeug ausschließlich mit fossilen Brennstoffen betrieben. Seit Jahresbeginn sind mehr als die Hälfte der Personenwagen (52,5 Prozent) mit Allradantrieb ausgestattet.
Thomas Rücker, Direktor von Auto-Schweiz, erklärt: «Die Zahlen für August zeigen die weiterhin stark angespannte Situation in der Branche. Der sehr schwache Gesamtmarkt beeinflusst die Aussichten im Neufahrzeughandel negativ. Es ist dringend notwendig, die CO2-Regulierungen zu deregulieren und zu flexibilisieren, wie es in anderen Teilen Europas der Fall ist. Darüber hinaus sollten die zunehmenden Zulassungen von Steckerfahrzeugen nicht durch neue regulatorische Maßnahmen behindert werden. Neue Steuern oder regulatorische Belastungen auf Elektrofahrzeuge würden sich negativ auswirken. Jede zusätzliche Abgabe ist unangebracht.»




