Dataforce-Analyse zeigt turbulenten Jahreswechsel im Schweizer Fahrzeugmarkt auf
Posted by: Fabio Simeon
Laut der aktuellen Studie von Dataforce haben CO₂-Vorgaben den Schweizer Personenwagen- und Nutzfahrzeugmarkt zum Jahresende 2025 stark beeinflusst. Vor allem vorgezogene Elektro-Auslieferungen sorgten für ein Plus im Dezember und einen Dämpfer im Januar.
Der Schweizer Personenwagenmarkt erlebte rund um den Jahreswechsel eine spürbare Verschiebung der Immatrikulationen. Um drohende CO₂-Bussen zu vermeiden, lieferten zahlreiche Importeure Elektrofahrzeuge noch im Dezember 2025 aus. Entsprechend stiegen die Neuimmatrikulationen im letzten Monat des Jahres um 4,9 Prozent, bevor sie im Januar 2026 um 6,2 Prozent zurückgingen. Besonders ausgeprägt war dieser Effekt im Flottenmarkt, der im Dezember um 8,5 Prozent wuchs und im Januar um 7,4 Prozent nachgab. Auch der Privatmarkt zeigte mit plus 11,0 Prozent im Dezember und minus 8,3 Prozent im Januar deutliche Ausschläge.
Auf Jahressicht schlossen die Flottenimmatrikulationen 2025 mit einem Minus von 4,8 Prozent und entwickelten sich damit etwas schwächer als der Gesamtmarkt mit minus 2,5 Prozent. Deutlich unter Druck standen Diesel-Personenwagen mit einem Rückgang von 21 Prozent, während Plug-in-Hybride um 18 Prozent zulegten. Reine Elektrofahrzeuge wuchsen im Flottenbereich zwar um 8 Prozent, konnten jedoch den stärkeren Rückgang bei Benzinern von 7 Prozent volumenmässig nicht kompensieren. Zu den wichtigsten Importeuren zählten weiterhin Škoda Auto, BMW und Volkswagen. Während Škoda und BMW jeweils 9 Prozent verloren, legte Volkswagen um 3 Prozent zu. Als klarer Gewinner im Flottenmarkt erwies sich Toyota mit einem Plus von 13 Prozent, getragen insbesondere vom Toyota Corolla, dessen Flottenimmatrikulationen sich mehr als verdoppelten.
Bei den beliebtesten Firmenwagen blieb der Škoda Octavia trotz eines Rückgangs von 55 Prozent knapp an der Spitze, dicht gefolgt vom Škoda Enyaq und dem BMW X1. Zählt man den vollelektrischen iX1 hinzu, ergibt sich für BMW sogar die Führung. Dynamik zeigte auch der neue Škoda Elroq, der sich noch vor dem Volkswagen Golf platzierte. Gleichzeitig feierte die Businessklasse der Kombis ein Comeback: Modelle wie der BMW 5 Series, der Volkswagen ID.7 und der Audi A6 e-tron liessen das Segment um 69 Prozent wachsen.
Im Markt für leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen zeigte sich 2025 ein Rückgang von 8,2 Prozent, wobei der Flottenbereich um 7,2 Prozent schrumpfte. Die Vermieter reduzierten ihre Immatrikulationen sogar um 31 Prozent. Im Januar 2026 stabilisierte sich das Volumen nahezu auf Vorjahresniveau. Auffällig war der Aufschwung von Renault im Flottengeschäft mit einem Plus von 39 Prozent, getragen von den Modellen Renault Trafic und Renault Master. Auch Maxus setzte mit 54 Zulassungen ein Zeichen. Trotz eines Rückgangs behauptete sich Volkswagen Nutzfahrzeuge dank eines starken Volkswagen Transporter an der Modellspitze. Die Elektrifizierung bleibt im Nutzfahrzeugmarkt jedoch verhalten: Der Elektroanteil stagnierte bei rund 11 Prozent, während Diesel mit 82 Prozent weiterhin dominiert. Für Fuhrparkbetreiber stehen unverändert die Gesamtbetriebskosten im Vordergrund – erst mit sinkenden Anschaffungspreisen dürfte die Nachfrage nach Elektrotransportern spürbar anziehen.




