27. Juni 2014

Mobility-Pilotprojekt in Basel: Carsharing fürs Einkaufen

Der gross angelegte Modellversuch ist einzigartig in der Schweiz: «Catch a Car», Carsharing für die ganz kurzen Strecken. Ab Spätsommer stehen 100 VW ups im ganzen Stadtgebiet von Basel parat. Wer sich registriert hat, kann die Wagen per App orten, holen und irgendwo in der Stadt wieder abstellen. Der Preis richtet sich nach den verbrauchten Minuten. Wie teuer die Minute sein soll, wird später bekannt gegeben.

Mobility-Pilotprojekt in Basel: Carsharing fürs Einkaufen
Mobility-Pilotprojekt in Basel: Carsharing fürs Einkaufen

Text: Berndt Schramka

«Catch a Car» ist eine 100-prozentige Tochter der Mobility Genossenschaft. Partner sind AMAG, die die Autos stellt, SBB, Allianz Suisse und Energie Schweiz. Begleitet wird das Projekt von Wissenschaftlern des Instituts für Verkehrsplanung und Transportsysteme der ETH Zürich.

Mobility reagiert mit dem Versuch auf die steigende Verkehrsdichte in den Ballungsräumen und Veränderungen in der Gesellschaft. Das Auto hat bei vielen Menschen seinen Wert als Statussymbol verloren und jeder Zweite nutzt es sowieso nur für Kurzstrecken. Die Hälfte aller Fahrten ist kürzer als fünf Kilometer. Für den Weg von A nach B benutzt man heute, was am besten geeignet ist. Velo, Bus, Bahn oder Auto.

Als Fahrzeug wurde der VW up ausgewählt. Es ist ein 1 Liter TSI Blue Motion mit 60 PS, einem Verbrauch von 4,1 Litern und einem CO2-Ausstoss von 95 g. Die Gas- und Elektro-Fahrzeuge des VW Konzerns wurden geprüft, schieden aber wegen der Tank- und Ladeproblematik wieder aus. AMAG-Sprecher Dino Graf: «Der Wagen ist für die Stadt perfekt; klein, aber mit viel Platz innen. Und die City Notbremsfunktion ist im Stadtverkehr ein klarer Mehrwert.» Der Assistent bremst das Fahrzeug bis 30 km/h selbständig, wenn die Sensoren ein Hindernis erkennen.

Ein Team von Mobility betankt die Fahrzeuge und kümmert sich um den Service. Sollte doch einmal ein Tank leer sein, findet der Benutzer an Bord eine Tankkarte, der Bordcomputer verrät ihm die nächste Tankstelle und sagt ihm auch den Code für die Karte.

Graf: «Catch a Car entspricht den Bedürfnissen der urbanen Bevölkerung. Wir glauben auch nicht, dass wir uns den Zweig abschneiden, auf dem wir sitzen. Wir haben uns beteiligt, weil wir mitsteuern wollen, wenn sich daraus ein Trend entwickelt. Dies ist eine Chance zu lernen.»

Bei der Allianz Suisse sieht man das ähnlich. Martin Jara, Mitglied der Geschäftsleitung: «Unser Kerngeschäft hat viel mit Mobilität zu tun. Deshalb interessieren wir uns sehr für Trends in diesem Bereich.» In den Fahrzeugen ist die Helpbox der Versicherung eingebaut. Sie sendet bei schwereren Unfällen automatisch einen Notruf. So kann das Fahrzeug auch geortet werden.

Die SBB, die schon seit 17 Jahren eine Partnerschaft mit Mobility hat, sieht das Projekt als gute Lösung für den Tür-zu-Tür-Verkehr. Man sei an allen Lösungen interessiert, die das ÖV-Angebot interessanter machten. Die SBB rechnet damit, dass sich das gesamte Verkehrsaufkommen in Ballungsräumen bis 2030 verdoppelt. Patrick Altenburger, Leiter Markt Schweiz SBB Regionalverkehr: «Das können wir nicht allein bewältigen.»

Catch a Car sei eine sehr gute Ergänzung der Angebote für die erste und letzte Meile. Das sind P+Rail, Bike+Rail, Mietvelo, Bikesharing, Carsharing Mietauto und Rail Taxi. Die Kunden sollen so die Möglichkeit erhalten, ihre Verkehrsmittel und die Mobilitätskette so zu gestalten, dass sie von den jeweiligen Stärken profitieren.

Das Team der ETH wird Daten sammeln und auch die Auswirkungen auf ÖV, Taxis und Velos festhalten. So sollen Grundlagen für eine effektive Umsetzung von nicht stationsgebundenem Car Sharing in der Schweiz geschaffen werden.

 

www.mobility.ch

 



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