02. Juni 2020

Kommt es zum einem Boom im Occasionshandel?

Die Corona-Krise hat den Handel mit Neuwagen und Occasionen stark und nachhaltig getroffen. Doch während auch auto-schweiz bei den Immatrikulationen mit einem Rückgang von über 20 Prozent per Ende Jahr ausgeht, scheint der Occasionshandel vor einem Boom zu stehen.

Kommt es zum einem Boom im Occasionshandel?

Die Vorzeichen standen schlecht, als bereits im Januar im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang von bemerkenswerten 10 Prozent bei den Neuwagen-Zulassungen (Personenwagen) festgestellt werden musste. Auch der Februar mit -13.8 war ein Vorbote dessen, was da noch kommen sollte: Im März brachen die Neuwagen-Zulassungen um knappe um 39.4 Prozent ein und diese Abwärtsspirale liess für April nichts Gutes vermuten. Im April gingen die Neuwagen-Zulassungen mit nur noch 9‘382 Fahrzeugen um 67.2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. Ähnliche Zahlen waren letztmals während der Erdölpreiskrise in den 70er Jahren beobachtet worden. Mit anderen Worten: Das Frühjahr 2020 wird wohl als das Schwärzeste im Bereich Neuwagenverkauf in die Geschichte eingehen.

 

Dass die Individual-Mobilität jedoch gerade in diesen Zeiten an Attraktion gewinnt, zeigt das bereits jetzt merklich erhöhte Verkehrsaufkommen. Dies dürfte gerade für die Werkstätten ein kleiner Lichtblick sein.

 

Zweiter Lichtblick: die Halterwechsel bei den Personenwagen, also beim Occasionshandel. Hier präsentiert sich das Bild schon erheblich weniger düster. Natürlich sind auch im Gebrauchtwagenmarkt die Verkaufszahlen zurück gegangen - aber nicht ganz im selben Ausmass wie bei den Neuwagen. Startete der Januar im Vergleich zum Vorjahr noch mit +2.2 Prozent, drehte der Wind erst im Februar, wo 1.4 Prozent weniger Occasionen gehandelt wurden. Im März gingen die Halterwechsel um 23.7 Prozent und im April gar um 37.5 Prozent zurück.

 

Vergleicht man allerdings die Zahlen bei den Halterwechsel mit jenen bei den Neuwagenzulassungen, fällt auf, dass sich das Verhältnis markant verschiebt. Im Jahr 2019 wurden im Januar ein Verhältnis von 1:3,32 (Neuzulassungen im Verhältnis zu Halterwechseln) registriert. Im Januar 2020 ein Verhältnis von 1:3,78. Im Februar 2019 1:2,75, im Februar 2020 1:3,15, im März 2019 1:2,31, im März 2020 1:2,91, im April 2019 1:2,36 und im April 2020 ein Verhältnis Neuzulassungen: Halterwechsel von 1:4.49. Mit anderen Worten: Im März des laufenden Jahres wurden pro Neuzulassung 4,49 Halterwechsel, sprich Occasionsverkäufe registriert. Das ist beinahe doppelt so viel, wie im Vorjahresvergleich.

 

Sollte dieser Umstand anhalten, könnte relativ rasch ein Mangel an guten Occasionen entstehen. Einerseits kommen durch den schlecht laufenden Neuwagenmarkt kaum neue Occasionen in den Markt, andererseits werden die Lagerbestände an Occasionsfahrzeugen reduziert. Dies kann mittelfristig Einfluss auf die Nachfrage haben – und damit auch auf den Preis von Occasionen. (pd/ir)

 

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